Langzeitfreund

Alte Last, Zufälle und der Pizzajunge

16:56:00

Vielleicht haben es sich einige von euch schon gedacht – JA, ich habe meine Nummer herausgegeben. Wir hatten uns so nett unterhalten und es kamen ein paar Dinge ans Tageslicht, die mich daran noch bestärkt hatten. Es stellte sich nämlich heraus, dass der gute Herr des Öfteren in unserem Hause ein- und ausgeht, denn unten in der Etage 1 wohnen seine besten Freunde. Schon merkwürdig, dass ich ihn noch nie gesehen habe, aber wer weiß vielleicht ändert es sich ja noch. Kennt ihr das, ihr findet jemanden schon vom ersten Eindruck richtig gut und müsst euch dann schon selbst zügeln ihn nicht als ZU GUT abzustempeln und euch verrückt zu machen, wenn er mal 2 Std. nicht schreibt? Ich bin sehr schlecht darin, aber momentan habe ich mich noch sehr gut im Griff.

Wir schreiben nun seit ca. 1 Woche und es ist nicht dieses typische Schreiben, wo man weiß ah darauf will er hinaus. Nein, er ist so ganz anders als ich dachte! Sagen wir mal so, er sieht sehr gut aus, wo du denkst ach der hat an jedem Finger eine andere, seine Interessen lassen ihn interessant und vielleicht sogar etwas weiblich wirken aber seine Art (so viel ich davon kenne) ist so locker und gleichzeitig ernst und reif. Also habe ich mir gesagt, Mila vielleicht ist er auch mehr weiblich oder mehr locker und vielleicht doch gar nicht dein Typ, um hier mal ein wenig Pessimismus zu verbreiten und nicht gleich auf zu sein, wenn ich mal wieder eine Nachricht von ihm erhalte.
Also schauen wir mal wo die Reise hingeht, seine Vorstellung eines ersten Treffens gefällt mir schon einmal sehr gut, denn er liebt kochen und am liebsten macht er Pizza selbst, keine Blechpizza oder so, sondern eine richtig gute (jedenfalls sahen die Bilder danach aus) und dazu ein Bier inklusiver netter Gespräche. Klassisch, einfach, ganz nach meinem Geschmack.
Wir werden sehen wie es weitergeht.
Da ich zuletzt ja die Hausarbeit, Hausarbeit sein ließ und mich anderen äußerst wichtigen Dingen widmete, ging es heute volle Fahrt voraus. Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, bügeln, Abwasch, Staubsaugen, wischen und da das alles nicht genug ist, bin ich momentan auch dabei umzuziehen.  Die Wohnung hier ist ein Traum, Neubau, modern, gut geschnitten, relativ gute Lage und alles da was man brauch. Der Haken? – Mir gehört die Wohnung nicht allein, natürlich nicht sie ist gemietet aber das war damit nicht gemeint, ich bin im Dezember 2014 hier nicht alleine, sondern mit meinem damaligen Freund eingezogen. Den Wortlauten nach weiß jeder was geschah, das Zusammenleben hatte dann doch nicht so ganz funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte und auch unsere Zukunftsvorstellungen hatten sich mit der Zeit in zwei verschiedene Wege entwickelt. Es kam wozu es kommen musste, dass auseinanderleben! Nach knapp 5 Jahren hatten wir dann beschlossen, dass es besser sei nun unseren jeweiligen Wegen zu folgen und uns zu trennen. Ja, wer rechnen kann bemerkt, Holla die Waldfee seit ihr früh zusammengekommen – richtig ich war damals 14 und ich kann sagen, ich konnte mir niemand besseren als ,,ersten, richtigen Freund‘‘ vorstellen, aber in dieser Phase des Kind zum Erwachsenen ändert sich noch so viel und wir haben uns in zwei verschiedene Richtungen entwickelt. Diese Einsicht schlich sich mit der Zeit ein, zuerst bemerkst du es gar nicht, dann hast du kurze Gedankenblitze ob es wirklich alles war, dann kommen die großen Streitigkeiten und irgendwann lässt du den anderen einfach leben und das auseinandersetzten fällt weg – das, ihr Lieben ist die Endphase, was dann folgt ist die Einsicht und somit die Trennung.
So nun sitze ich da, nach 5 Jahren Beziehung, das erste Mal bewusst Single und es fühlt sich gut an. Frei.
Ich packe also noch ein paar Kartons und baue schon einmal ein paar Möbel ab, denn in 2 Wochen steht der Umzug ins Haus und für spontane Missgeschicke ist dann keine Zeit, wobei die bei mir sowieso immer passieren. Meine neue Wohnung ist ganz anders, kleiner, Altbau, nicht sonderlich modern aber es ist MEINE, meine ganz allein und das macht mich glücklich. Viel weiter als ich jetzt wohne, ziehe ich nicht – dem Hamburger Randgebiet bleibe ich somit treu. Wer die Gegend kennt, weiß wie schwer es ist hier eine einigermaßen bezahlbare Unterkunft zu finden – ja ich habe sie gefunden und das mal wieder mehr oder weniger aus Zufall.
Manche Dinge passieren nun einmal aus Zufall, vielleicht sollte ich meinem Pizzajungen ja auch nicht vorher über den Weg laufen, da wäre es noch zu frisch gewesen oder ich wäre noch vergeben. Vielleicht ist es alles Zufall oder vielleicht auch einfach von jemanden geplant der es besser weiß als wir. Glaubt ihr an Schicksal/Zufall/Übermacht?
Ich eigentlich nicht, aber manchmal denke ich trotzdem kurz, wie kommt das jetzt, was ist da im Spiel oder sollte es so sein. Wäre das Leben ein Plan und alles würde so laufen wie es soll, wäre es nicht lebenswert in meinen Augen.

Habt einen schönen Tag,

Eure Mila

Dies könnte dir auch gefallen

0 Meinungen