Erfahrung

Trennung ist nicht nur was Schlechtes

13:31:00

Ich weiß, dieses Thema hätte ich wohl am besten als erstes auf meinem Blog behandeln sollen, bevor ich euch von meinen ganzen Dates, überschwänglichen Gefühlen für Lasse und One Night Stands berichtet habe. Aber vielleicht ist das auch grade gut, denn ich bin mir zu 100% sicher, dass ich diese Trennung gut verarbeitet habe. Trennungen, Trennungsphase(n) und die Zeit danach, das soll das heutige Thema sein.


Ich und mein Langzeit Freund trennten uns, die Gründe dafür sind euch sicherlich bekannt, ansonsten schaut nochmal hier nach. 

Die Beziehung war also schon längst zu Ende, wurde aber nie beendet. Ich denke dieses Problem haben viele. Der Unterschied zwischen Liebe und Gewohnheit ist auch ein schmaler Grad. Sind wir zusammen weil wir uns lieben oder sind wir nur noch zusammen weil wir uns schon so sehr aneinander gewöhnt haben, Erinnerung teilen und das Leben des anderen schon so gut kennen? Diese Frage habe ich mir auch immer wieder gestellt und nie eine klare Antwort darauf gefunden. Also musste ich mir etwas anderes überlegen, um an mein Ziel zu kommen – die Frage zu lösen, Beziehung beenden oder nicht? 

Ich habe mich drei Dinge gefragt. 1.Soll er der Vater deiner Kinder werden? 2.Willst du ihn heiraten? 3.Möchtest du dein restliches Leben mit ihm verbringen? Alles Fragen konnte ich mit nein beantworten. Vielleicht war auch das der Grund, wieso diese Trennung so viel erträglich war als die Abfuhr von Lasse, denn bei ihm hätte ich mir vorstellen können nach einiger gemeinsamer Zeit alle Fragen mit einem Ja beantworten zu können.

Aber wie find das ganze eigentlich an? Was sind Anzeichen für eine Trennung? 

Bei mir gab es wirklich die klarsten Anzeichen überhaupt, meiner Meinung nach – aber manchmal will man sie einfach nicht sehen. Am Anfang war es so, dass wir uns nur noch gestritten hatten, dann kam die Phase in der man sich wieder versöhnt hat – für max. 1-2 Wochen. Die Nähe blieb aus. 

Geborgenheit? Gesucht, aber nie gefunden. Irgendwann hörte dieses ewige Gestreite auf, wir interessierten uns einfach nicht mehr für einander. Traurig aber wahr. Keine ,,ich liebe dich‘‘ Erklärungen mehr, keine süßen, verliebten Sätze – nichts. Ich hatte oft versucht dieser Beziehung ein Ende zu setzten aber ich hatte es nie geschafft. Wieso nicht? Aus Angst, doch das falsche zu tun! Im Endeffekt wurde ich nur immer unglücklicher, bis er Wochen auf dem Sofa verbrachte und wir kaum noch miteinander sprachen. Dann hatte auch er es erkannt – die Trennung fand statt. 

Ich hatte danach das Gefühl meinen Glücksbringer verloren zu haben, plötzlich hatte ich kein Halt mehr und war alleine, alleine auf mich gestellt. Die Phase eins der Trennung fing an, ich heulte Tage durch und sah einfach keinen Ausweg mehr. Ich war erfüllt von Angst. Angst vor der Zukunft, vor dem was kommt. 

Durch meine wundervollen Freunde und meiner Familie fand ich nach ein paar schmerzerfüllten Tagen mein ICH wieder. Nun begann das Vergessen, ich stürzte mich in die Wohnungssuche, Arbeit und traf mich mit alten Freunden. Hinzu kam auch noch der Trotz, ich kaufte mir Dinge, machte Dinge, die er nie gut gefunden hätte, die ich aber schon immer machen/haben wollte.
Danach viel ich nochmal in ein Loch, alles war geschafft. Aber ich konnte es nicht mit ihm teilen, wie ich es eigentlich die letzten fünf Jahre gemacht hatte. Ein Schock. Ich musste lernen, dass ich selbst stolz genug auf mich sein konnte. 

Nach der Erkenntnis, dass man alleine nicht alleine ist, nur nicht im Liebestechnischen Sinne, ging es mir gut. Ich war endlich wieder glücklich und konnte gut für mich sein. Ich verschwendete kaum Gedanken an ihn. Aber es dauerte seine Zeit. Bei mir ging es vielleicht sehr schnell, aber ich fing schon vor 1 Jahr an mich zu trennen, ganz langsam und heimlich. Ganz für mich alleine. 

Nachdem ich die Trennungsphasen überwunden hatte packte mich die Lust auf Neues. In allen Bereiche. Die neue Wohnung, neue Klamotten, neue Freunde und eine neue Liebe. Der beginn dieses Blogs. Ja – er entstand in der Phase der Trennung. Am Abschluss meiner Phasen, da wo alles neu wird. Ich wollte auch noch in ein paar Jahren darauf zurück blicken und sagen – Danke für die Zeit, scheiß Trennung aber es wird alles wieder gut! Denn so blöd der Spruch ist, die Zeit bleibt nicht stehen und mit der Zeit heilen die Wunden. Eine Narbe bleibt immer, aber sie macht euch zu den Menschen, die ihr seid. 

Trennung ist nicht nur was schlechtes, sondern immer ein Neubeginn für was Gutes. 

Habt noch einen schönen Tag,
eure Mila

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