Liebe

Unerträgliche Schmerzen, aber irgendwann wird es der Mut schaffen

19:19:00

Der Pizzajunge feiert sein Revival. In der Zeit mit Lasse habe ich keinen anderen Mann an mich rangelassen, wieso auch? Nun ist er derjenige, der mich weiter aus meinem Loch zieht.  Nicht der Liebe wegen, sondern weil es uns ähnlich geht. Wir spamen uns mit aufmunternden Sprüchen zu und philosophieren über das Leben und die Liebe. Es wird zwischen uns niemals etwas werden, niemals. Er geht ab März in die Türkei, als Animateur. Ich glaube sogar ihn etwas vermissen zu werden, unsere Gespräche sind so strickt und klar, alles das was es mit Lasse nicht war. Es ist so unkompliziert und ich muss mir nicht überlegen, was ich schreibe, sondern ich tu es einfach. Das ist so erfrischend.


Mein Herz liegt noch dort, in tausende Teile verstreut. Ich bin immer noch am Bode, aber mein kleiner Finger versucht meinen Körper schon aufzustützen. Schon bald werden es 2,3,4 Finger sein und dann eine ganze Hand – ich werde es schaffen, aber ich glaube ich werde dabei selbst verletzten. Mein Selbstbewusstsein ist am Ende und ich brauche Bestätigung. Mein Datingapp Account ist wieder aktiviert. Eigentlich bin ich dazu noch gar nicht bereit, aber es tut gut. Mir tun die Männer, die was wirklich Ernstes suchen und ich ihnen diese Hoffnung vielleicht gebe, jetzt schon leid. Sorry Männer! Aber jetzt bin ich mal das Arschloch. Ziemlich mies. So bin ich eigentlich nicht, aber es tut gut, ich tanke neues Selbstbewusstsein und fange an mich zu rehabilitieren. Ihr helft mir dabei, aber ihr habt keine Chance. 

Naja, gut für euch – es werden bestimmt wieder lustige Chatverläufe und amüsante Dates folgen. Ich will grade einfach leben, alles mitnehmen was geht. Weg fahren, Leute treffen, feiern und auch manchmal anhalten und nachdenken. Reflektieren, lernen und meine Fehler als eine Art des Lernens sehen. Das ist es doch, was das Leben eigentlich ist – ein endloser Lernprozess. 

Ich will gar nicht genau auf mein Liebesende eingehen, noch ist es viel zu frisch und ich könnte voller Gefühlschaos Dinge schreiben, die ich nicht richtig überdacht habe. Aber eins sei gesagt, es war feige und es tat so unendlich stark weh. Selbst der Trennungsschmerz von meinem Langezeitfreund war erträglicher als dieser. Nie zuvor hatte ich einen solchen Schmerz gefühlt.

Vielleicht ist er nur für ein paar Tage, bis mir bewusst wird, dass es alles nur eine schöne Illusion war, vielleicht dauern diese Schmerzen aber auch Wochen an, bis ich endlich wieder an die Liebe glaube. Ich bin ein Mensch, der versucht nur das gute in Menschen und Dingen zu sehen, aber es fällt mir schwer. Sehr schwer. Ich versuche meine starke Trauer in Wut gegenüber ihm umzuwandeln und ihn ein wenig zu hassen. Von einem ,,ich liebe dich‘‘ zu ,,ein bisschen hassen‘‘ ist es schwer, aber nichts ist unmöglich. Ring frei. 

Aber ein weiteres Mal wurde mir klar, wer immer da ist. Meine wundervolle Familie, die mich mit tausenden Federn aufgefangen hat und meine weltbesten Freunde. Jeder einzelne hat mir ein Stück mehr Hoffnung und Mut auf jemand besseren gegeben. So langsam glaube ich selbst daran – es wird jemand kommen, um den ich nicht kämpfen muss, der mich liebt so wie ich bin, der wie er ist, nur noch ein Stück besser. Ein riesiger Dank geht mal wieder an Joana. Was wäre ich nur ohne sie? Mein Leben wäre ein freier Fall. Sie ist mein Fass mit Boden, sie fängt mich auf, sie gibt mir Mut. Joana ist unersetzbar, niemand wird jemals so viel wissen wie sie. Sie ist der einzige Mensch, dem ich ALLES anvertraue. Klar, meine Mama weiß auch viel, aber rede ich mit ihr über mein Sexleben? – NEIN! Mit Joana rede ich über alles, egal was. Diese Freundschaft gibt mir so viel, viel mehr als eine Liebe mir geben kann. DANKE! 

Einen Moment habe ich mich wieder so einsam gefühlt. Was sollte ich wieder mit meinen freien Wochenenden anfangen? Wer würde sie mit mir verbringen? Ich fühlte mich so alleine. Der Großteil meiner Freunde ist vergeben, glücklich. Da hat man es als Single nicht einfach, überall die glücklichen Bilder, die Liebesschwüre und verliebten Blicke. Mein Herz schreit immer wieder das selbe - ,,ich will auch‘‘!

Noch nie in meinem Leben habe ich mich so sehr nach einer Beziehung gesehnt. Es war eher immer andersrum. Ich wollte frei sein, etwas erleben. Aber ich habe dazugelernt – eine Beziehung kann nicht durch viele verschiedene Affären, One night stands oder Flirts ersetzt werden. Aber manchmal tun sie trotzdem gut. Besonders flirten, aufregend aber mit Grenzen. 

Ein bisschen Hoffnung, ein Schuss Mut – Trauern ist in Ordnung, das werde ich, das mache ich. Zwei Tage durchheulen und nur an ihn denken. Aber irgendwann ist Schluss! Dann heißt es Kopf hoch und weitermachen, denn eins ist unumstritten – die Zeit bleibt nicht stehen, Schmerzen vergehen und ich bin noch jung und das Leben noch lang. Es wird noch dieser Jemand kommen, ich bin gespannt. 

Also, auf in die Trauer und dann rein in den Mut. Das Leben stellt noch so viel für mich bereit, auf geht’s Mila. 

Habt noch einen schönen Tag,
eure Mila



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