Liebe

Ich und ich und vielleicht ein wir?

18:03:00

Mein Leben. Dein Leben. Wird ein unser daraus? Das Leben besteht aus so vielen Farben, je nach Blickwinkel ist es wieder eine ganz andere. Seh ich heute das schwarz, finde ich morgen vielleicht den Regenbogen. Ohne dich, aber dafür mit einer Portion mehr mir. Dich ist nicht bestimmt, es ist ein Unikat, was noch nicht gefunden wurde. Oft war ich kurz davor, doch dann war es so weit weg.

Blickwinkel alleine finden ist schwer, aber was nur schwer ist, ist nicht unmöglich. Hab ich erst einmal den Regenbogen entdeckt, solle ich doch auch das Glück erfahren. Lange Zeit dachte ich, es wäre eine Lüge, denn das Glück kam nicht. Kein Prinz weit und breit. Aber ich weiß nun, es war schon die ganze Zeit da. Ich war blind, konnte es nicht sehen. In diesen Momenten war es für mich unsichtbar. 

Mein Glück zu teilen das wäre es, wieso dachte ich, ich kann es nicht? Genügend sind da um ein Stück zu bekommen, jeder ein, jeder ein Stück. Wieso habe ich es nicht erkannt?
Die Augen verschlossen, zugekniffen, als wenn die Sonne so stark scheint. Sie geöffnet und alle die Farben ohne Bild. Aber Farben, das Bild war gar nicht nötig. Und immer wieder kreist in mir die eine Frage. Wieso habe ich es nicht erkannt?

In diesen Zeiten der puren Freude immer nur Gedanken an die Zeit. Nicht bedacht, dass es nicht alles ist im Leben. Nun habe ich es beschlossen. Glück ist nicht abhängig davon und auch meine Freude nicht. Ich bin ich und verdiene mir mein pures Glück und meine pure Freude. Wieso war ich mir nie genug? Habe ich mich nicht genug um mich bemüht? 

Es gibt Tage, da setzte ich mich mit mir selbst gar nicht auseinander. Ich lasse mich leben, dahin leben. Hinterfrage nichts und akzeptiere alles. Es gibt aber auch viele Tage, da hinterfrage ich alles. Wieso bin ich so? Was sollte das? Bist du dir selbst nicht genug?

Tasse um Tasse alleine getrunken, ein Löffel kreiste im schwarzen Nass. Aber ich konnte ein Ende sehen, war der Meinung die Zielflagge würde direkt vor mir wehen. Alle Ampeln auf grün, mein vermeidliches Glück zum greifen nah. Die Wolkendecke zog sich zu, der Regenbogen war verschwunden. Ein blitzen, ein donnern und die ersten Regentropfen tropften auf mein Gesicht. War wirklich alles weg? Hatte ich wirklich alles verloren, war es wirklich so aussichtslos wie es aussah?
Ich kramte in meiner Tasche, schaute abermals nach. Grad wollte ich sie schließen, da sah ich im Augenwinkel was auf mich zu rennen. Große, schnelle Schritte näherten sich mir. Ein Lächeln. 
Kennen wir uns? Regenschirm! Yeah und dann auch noch in den Farben eines Regenbogens. Grade wenn alles am Ende scheint und du schon alle Hoffnungen aufgegeben hast, dich grade dran gewöhnst für dich selbst und mit dir selbst zu leben. Wenn du dich selbst akzeptierst und die Beziehung mit dir alleine Fahrt aufnimmt, passiert es. Lächeln, annehmen, freuen. Es kann dauern, Monate, Jahre – aber es ist nicht aussichtslos. Egal wie weit raus zu schwimmst, irgendwann kommt das Rettungsboot und fragt ob du mitfahren möchtest. Jetzt liegt es an dir, willst du noch weiter schwimmen oder verlässt du dich auf das rettende Boot?

Pitschnass unter einem Regenschirm, lachen, grinsen und es scheint doch so Fern. Nähe wärme, aber will man das? Kommst so nah, will ich mein Glück jetzt schon teilen? Eigentlich war es immer das Ziel, das wofür ich gearbeitet habe, was ich mir gewünscht habe. Jetzt ist es da! Will ich es wirklich? Ist es das, was ich immer wollte? Bin ich zu wählerisch oder weiß ich einfach was ich will? Tausende Fragen in meinem Kopf und der Regen wird stärke, als ob es eine Warnung sei, will mich unterstellen, Schutz suchen. Aber er folgt mir. Lässt meine Gedanken nicht mit den Wasserstrom ziehen, sie sind festgekettet an mir. Lassen mich nicht los, du lässt mich nicht los. Tausende Male versucht, tausende Kriege geführt. Vor mir kann ich nicht weglaufen, ich kann mich nur damit auseinandersetzten. Reicht das? Kann ich es akzeptieren? 

Will mein Glück noch nicht teilen, will sammeln und dann sofort wissen, dass es teilbar ist, wenn es der richtige Zeitpunkt, der richtige Mensch zu lässt. Es muss wie ein Feuerwerk sein, von der ersten Sekunde. Die ersten Blicke müssen Funken sprühen und die ersten Worte klingen wie mein Lieblingslied. Bin ich wählerisch oder einfach zufrieden mit mir selbst? Ich akzeptiere mich, mag mich, lebe mit mir. Wir sind glücklich. Irgendwann wirst du mir fehlen, ich genieße es. Wird es ein dritter schaffen? Wir mein Herz schlagen wie verrückt? Sag es mir! Ich weiß nun was Glück heißt, weiß was mein Leben mir bringen soll. Ich habe ein Ziel. Lächeln, strahlen, Klarheit. Ich.

Habt noch einen schönen Tag,
eure Mila

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