Gastpost

Gastpost - Wenn Untreue biblisch wird

21:50:00

Hey,
mein Name ist Louisa, ich bin 24 Jahre alt und wohne im schönen Hamburg.
Danke Mila, dass ich euch heute im ersten von mehreren geplanten Posts meine Erfahrungen mit (Un-)Treue und Religion mitteilen darf.
"Das sind zwei grundverschiedene Dinge", mögen jetzt einige denken. Und ja - an sich trifft dies auch zu.

Aber ich habe gelernt -oder eher lernen müssen- das diese sehr wohl zusammen passen:
Vor zwei Jahren ging ich eine Beziehung mit Peter (26) ein, wir waren lange Zeit überglücklich - haben die gemeinsame Zeit genossen und uns stets gezeigt, was uns am jeweils anderen liegt. Mit gemeinsamer Zeit meine ich das Schreiben, wenn man sich 4 Tage die Woche nicht sieht, das Kuscheln und "sonstige Intimitäten", einfach alles. Er war perfekt - obwohl es sowas eigentlich nicht gibt - aber er war es. Zumindest zum Schein.

Nach ca. 4 Monaten fing er an, sonntags früher heim zu fahren - angeblich um seiner Familie zu helfen ("Seit wann arbeiten die sonntags?"-er: "Ist jetzt neu."), von 48-52 Stunden sehen / Woche die Hälfte zu schlafen ("Wovon bist du auf einmal so müde?" - er: "Vom Hauberg.")., stundenlang online zu sein und nicht einmal zu antworten ("Hab nur vergessen, WhatsApp auszuschalten."). Um nur ein paar Punkte aufzuzählen. Jedenfalls war er von jetzt auf gleich um 180° verändert - von Mister "Ich nehm mir immer für dich Zeit"-Right zu "Ich verhalte mich komisch"-Mystery. Komisch waren aber auch ganz andere Dinge, diese allerdings von Vorn herein: ich habe während der ganzen Beziehung nicht einmal bei ihm übernachtet, geschweige denn überhaupt sein Zimmer zu sehen. Ja, er wohnte mit 26 noch bei seinen Eltern - kein Kritikpunkt. Eigentlich. Am Anfang verstand ich mich mit der Familie super, trotz Unterschieden: sie waren und sind sehr christlich, möchten Natürlichkeit (möglichst wenig Make UP, am Besten keine Tattoos usw.). Ich bin das Gegenteil: glaube nicht an Gott, habe einige Tattoos und Piercings, trage gerne Make UP. "Leben und leben lassen"- so schien das Motto von uns allen.

Jedenfalls wurde diese Familie dann -quasi zeitlich mit ihm- anders: seine Mutter fragte mich z.B. einmal, ob mir "das" nichts ausmachen würde. Was meinte sie mit "das"? Auf diese Frage meinerseits kam nur ein "Schon gut.". Außerdem wurde ich im Laufe der Beziehung immer öfter darauf angesprochen, warum ich nicht mal bei ihnen schlafen würde usw. Da ich Peter nicht schlecht machen wollte, versteifte ich mich in Ausreden.

Dennoch: nach und nach wurde mir klar, dass nicht seine Familie nicht wollte, dass ich dort übernachte - sondern er selbst.

"Warum, wieso, weshalb?" - 1000 Fragen, lange Zeit keine Antworten. Schließlich trennte ich mich nach ca. 6 Monaten Beziehung von ihm. Er war einverstanden, machte keinerlei Anstanden zukämpfen o.ä.

Wenige Wochen später traf ich zufällig Gunnar-Peters Nachbarn und Freund seit Kindertagen-, der mich darauf ansprach, wie ich diese Zitat "offene Beziehung denn überstanden hätte". Offene was....? Ich hakte nach und schließlich knallte mir Peter die Wahrheit auf den Tisch: Peter hat mich ca. 2 Monate lang betrogen - mit seiner Arbeitskollegin (einfacher ging es ja nicht?) und seinen Eltern vorgespielt, dass wir getrennt seien. Die beiden hätten sich, laut Gunnar, immer unter der Woche und sonntags nachmittags gesehen. Alles Lügen seitens Peter? Ja! Ich habe mit Gunnar nie über unsere Beziehung (kann man das so nennen?) gesprochen, er musste die Informationen also mit eigenen Augen gesehen haben. Mir wurde alles klar: die Frage seiner Mutter bzgl. "das", das frühere Abreisen am Wochenende, alles ergab plötzlich Sinn.

Einige Wochen lang trauerte ich still vor mich hin, machte mir Vorwürfe (Warum hast du es nicht eher gecheckt?")... Aber dann brach es eines Tages aus mir raus, ich erteilte ihm - wenn auch nur kurz& knapp- eine Lektion und schrieb ihm: "Gehört Untreue zu den 10 Geboten oder ist es das 11.?" Und diesen Satz mitten auf seine Pinnwand - inkl. altem "Ich liebe dich"-Screenshot. Hoffentlich hat seine Neue, sie wusste nix von mir, diesen gesehen.
Jetzt bin ich immerhin um eine Erkenntnis schlauer: 
Bibel und Untreue passt!

Danke fürs Lesen.

Dies könnte dir auch gefallen

0 Meinungen