Singleleben

Ich habe mich verändert

17:00:00

Ich muss mir selbst etwas gestehen. Ich habe mich verändert. Ist das schlimm? Es gehört dazu! Aber ich habe mich teilweise in Richtungen verändert, von denen ich selbst nicht überzeugt war. Manchmal habe ich das Gefühl den Weg vor lauter Laub nicht zu sehen und dann einfach so darauf los zu sprinten. Nach dem Beziehungsaus mit meinem Langezeitfreund ging es los. Ich war Single. Das aller erste Mal. Ich machte all das worauf ich Lust hatte. Ließ mir ein Piercing und Tattoo stechen, ging sehr oft ins Stadion, war viel mit Freunden aus und hatte viele Dates.


Aber es hat mich verändert. Bis dahin gar nicht mal negativ, aber nachdem dann die Sache mit Lasse passiert war (HIER könnt ihr alles nachlesen) wurde ich kalt. Ja, irgendwie wurde ich das. Und das fiel mir selbst auf. Ich war geschockt von mir selbst aber es war, als ob ich gar nichts gegen tun konnte, eine Situation überrollte die nächste, in der ich so handelte. Kalt. Egoistisch und berechnend. Ich hatte das Gefühl nichts mehr verlieren zu können. Ich hatte Lust auf Sex – okay ich wusste woher. Immerhin hatte ich noch die ein oder andere Kontaktleiche auf meinem Handy von der ich wusste, dass sie niemals nein sagen würde. Warum nur? Bin ich total blöd im Kopf? 

Ich meldete mich kaum noch bei meiner Familie, ging feiern ohne Ende. Das war nicht ich. Auch Joana beachtete ich kaum noch. Sie wusste fast nichts mehr, was bei mir grade los ist. Ehrlich gesagt, hatte ich auch Angst davor. Sie ist meine bessere Hälfte und sie würde mir erstmal ihre Meinung geigen. Sie wüsste, dass ich es nicht bin. Sie wüsste, dass das alles ein Fehler ist. Ich mich selbst verliere und eigentlich total unglücklich bin – sie weiß es. 

Ja, ich war wenn man so will eine Zeit lang ein totales Arschloch. Ich habe mich selbst verloren, wollte zuerst nicht mehr an Lasse denken und dann einfach nur Freiheit genießen und der Männerwelt den Rückenkehren, habe eine Affäre mit Mr. Maus angefangen – auch eigentlich nicht mein Ding. Ich wollte einfach diejenige sein, die über alles die Hand hat. Vielleicht weil ich damals, als Lasse mich abserviert hat nichts selbst beeinflussen konnte. Ich wollte der Drahtzieher sein. 

Joana merkte, dass unsere Freundschaft den Bach runter ging und ich hatte Schuld, dass wusste ich. Wie kann man so blöd sein und eine Freundschaft die schon so lange besteht einfach im Sand verlaufen lassen? Nur weil man mit sich selbst nicht klar kommt? Jetzt, an dem Punkt wo ich grade bin, kann ich mich selbst nicht verstehen und hätte mich wohl selbst an den Kopf gefasst. Aber sie war es die mich aufrüttelte. Unsere Freundschaft stand an der Klippe, kurz vor dem Fall. Ich erzählte ihr alles. Komplett. Meine Angst, mein verlangen nach Liebe und einer Beziehung – dem Halt in meinem Leben, der mir fehlt und der Angst vor der Zukunft. Es brach alles aus mir heraus. Aber die Klippe rückte in weite Ferne. Unsere Freundschaft nahm wieder ihren Lauf. Wir tauschten uns über unsere momentanen Situationen aus, als wäre nichts gewesen. Gott, ich kann euch nicht sagen wie froh ich darum bin. Ich glaube ich wäre in ein schwarzes Loch gefallen, wenn diese Freundschaft geendet hätte. Noch immer war ich sehr kritisch mir selbst gegenüber. Noch immer wollte ich die Fäden in der Hand haben, komplett alle – ich wollte meine Gefühle kontrollieren. Man Mila, naives Ding – das geht nicht! Naja durch die Affäre mit Mr. Maus hatte ich aber das Gefühl, denn ich fühlte quasi nichts. Er war zwar nett und lieb, aber es war halt nicht das Verliebte sondern eher Freundschaft aber dadurch hatte ich das Gefühl meine Gefühle im Griff zu haben. 

Dies ging ja auch alles eine Weile gut aber dann kam ER. Christian. Und plötzlich hatte ich so Angst diese Kontrolle zu verlieren. Weigerte mich, blockte ab. Die eine Situation könnt ihr HIER nachlesen. Ich hatte Panik. Angst. Angst wieder verletzt zu werden. Ich wollte doch die sein die verletzt. Ich wollte Kontrolle, Macht. 

Aber auch das rüttelte mich auf. Manchmal muss man seinen Gefühlen einfach freien Lauf lassen. Ich ließ mich fallen. Auf das es dieses Mal nicht so endet wie mit Lasse.

Ich finde zu mir selbst zurück. Änderungen bleiben, ich möchte meine Stadionbesuche und die ein oder andere Kiez Tour nicht missen aber dieses kalte, gefühlslose Monster will ich nicht mehr sein. Ich will lieben, so wie ich es mal in einem Beitrag gesagt habe, denn zu lieben ist noch mehr wert als geliebt zu werden. Ich glaube ich fange grade an zu lieben und es fühlt sich unglaublich gut an.
Ich finde zurück auf den Weg und es macht mich glücklich. Aber ich wollte es euch erzählen. Ich wollte ehrlich sein, ich wollte euch zeigen, ich bin nie und nimmer perfekt. Bin manchmal eine ,,Bitch‘‘, ein Arschloch, einfach schlecht. Aber man kann sich bessern, Fehler beheben und Dinge beim nächsten Mal anders machen. Ich fang grade damit an.

Wie ist eure Meinung dazu? Standet ihr auch schon neben euch selbst und habt euch gefragt was ihr da eigentlich grade tut? Wo der Sinn ist? Euch hinterfragt aber trotzdem irgendwie nicht damit aufgehört? Ich bin gespannt auf eure Kommentare, Kritik kann es gerne geben – denn ich hatte den ,,Arschloch-Modus‘‘ an – ich würde mich selbst ins unermessliche kritisieren. Haha, habe ich hiermit ja auch irgendwie getan. 

Habt einen schönen Tag,
eure Mila


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2 Meinungen

  1. Hey Mila :)

    Wieder ein fantastischer Text, mit dem ich mich sehr identifizieren kann.
    Verletzt und verlassen zu werden ist das Schlimmste, was einem Mädchen passieren kann. Und weil man danach vermutlich zu Teilen sich selbst die Schuld gibt, möchte man Abstand von dem "dummen Ding" nehmen, dass sich auf diesen Blödsinn eingelassen hat. Und zwar mit allen Mitteln. - Soweit zumindest meine Theorie zu dem Thema. Warum das so ist, weiß ich nicht :)

    Aber auch diesmal kann ich dir wieder versichern, dass du mit diesem Verhalten nicht allein bist. Ich habe mich zwar nicht so extrem verhalten (auch wenn ich wollte, ging das nicht, ich war zu der Zeit mitten in der Pampa), aber meine jetzige Beziehung begann mit genau diesem mulmigen Gefühl: Ich veränderte mich zu diesem kleinen süßen Mädchen, dass mit diesem Mann einfach nur kuscheln und ihm die Verantwortung geben wollte, wenn wir zusammen waren. Einfach nur gruselig - ich bin doch sonst eine so kontrollierte Persönlichkeit :D

    Also kein Stress. Später blickst du zurück und bist froh, dass du so eine verrückte Zeit hattest.
    Wir schieben das einfach auf unsere Hormone :D

    Liebe Grüße > sara

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    1. Vielen Dank für deine ehrlichen Worte und deinen Bericht :-)
      Haha, ich hoffe das ich das später so sehen kann - wobei ich eine Person bin, die daran glaubt, dass alles einen Sinn hat :D Und wie du schon sagst bei Frauen immer gut - DIE HORMONE, die Ausrede geht immer haha! :D

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